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Ein Tor besteht zumeist aus 3 Komponenten: Das etwas weniger dichtere, innere Element, das von einem dichteren Medium eingerahmt wird, wobei das innere Element das wesentliche ist. Dieses innere Element besitzt als weitere Komponete überwiegend die Funktion eines Durchlassens von Lebewesen und von Lebewesen mitgeführten oder durch sie erschaffenen Gegenständen. Dieses Durchlassen ist der eigentliche Sinn eines Tores. Manchmal soll auch das Durchlassen verhindert werden, dann wird eine feste oder bewegliche Barrikade eingebaut, die zumeist Tür genannt wird. Türen gelten dabei als materiell gewordene Unterfunktion eines Tores. 
 
Jedes Tor verändert unweigerlich die Hindurchschreitenden und erweitert immer die eigenen Möglichkeiten. Durch Tore werden die Wahlmöglichkeiten von Handlungen erweitert, gleichwohl jedoch auch durch die Erbauer in bestimmte Richtungen gelenkt. Tore bieten Freiheiten, die in aller Regel vordefiniert sind. 
 
Ein Tor kann eröffnen, kann zum Hindurchschreiten animieren, kann einen Weg zu neuen Horizonten auftun. Das Tor selbst ist eine Öffnung in ein Anderes, auch wenn es temporär verschlossen sein kann. Derjenige, der hindurchschreitet bekommt dabei die Möglichkeit weiterer Einblicke in die aktuelle Wirklichkeit. Er erfährt dadurch Veränderung.

 Mit dem Bau von Behausungen begann die Entwicklung von menschgemachten Toren. Tore gehören somit zum allgemeinen Kulturgut praktisch aller Zivilisationen seit der letzten Eiszeit (falls diese Entwicklung nicht bereits früher einsetzte). Tore sind damit bewusste Eingriffe von Menschen in die Wirklichkeit, um die Realität umzuformen und sich darin heimisch zu fühlen. Gleichwohl können sie auch - im übertragenen Sinne - Tore zur Natur , zur Landschaft oder zu den Grundlagen unserer Existenz sein. Sie können ebenso in die Vergangenheit oder in die Zukunft verweisen. Tore stehen in aller Regel für den Übergang in ein Anderes, unabhängig davon ob dieser sich als offen oder versperrt zeigt.
 
Gunar Seitz
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